Heizung steuern

hydraulische Weiche

Abgleichventil: Durchflusswerte richtig einstellen

Mit Abgleichventilen ist es möglich, den Heizwasserstrom genau zu begrenzen. Sie ergänzen voreinstellbare Thermostatventile sowie Rücklaufverschraubungen und sorgen für die optimale Wärmeverteilung. Wir erklären, wo die Armaturen zum Einsatz kommen und wie sie funktionieren.
Aufbau und Funktionsweise einfach erklärt

Abgleichventile wie der Tacosetter ermöglichen es, Heizwasserströme einfach und genau einzustellen. Im Kern bestehen sie dabei aus einem Ventil, welches sich über ein Handrad oder eine Schraube verstellen lässt. Der freie Querschnitt wirkt sich direkt auf den Heizwasserdurchfluss aus. Wie hoch Letzterer ist, lesen Fachhandwerker an der Skala auf dem Messteil ab. Möglich ist das durch einen kleinen Stift im Inneren.

Dieser ist mit einem Schwimmkörper im Heizwasserstrom verbunden. Je mehr Wasser durch das Ventil strömt, umso stärker bewegt es den Schwimmkörper gegen eine Feder. Das beeinflusst die Stellung des Stifts und damit die Anzeige des Durchflussmessers.

Verschiedene Bauarten der Abgleichventile

Abgleichventile gibt es in verschiedenen Bauarten. Weit verbreitet sind beispielsweise kompakte Inline-Armaturen, bei denen sich Regulierventil und Durchflussmesser in Reihe hintereinander befinden. Alternativ kommen Bypass-Armaturen zum Einsatz. Hier befindet sich nur das Regulierventil im Heizwasserstrom. Das Messteil sitzt hingegen im Bypass, den Fachhandwerker nur zum Ablesen nutzen.

Vorteil dieser Lösung ist der geringere Druckverlust, da die Durchflussmessung nicht dauerhaft erfolgt. Darüber hinaus gibt es kompakte Armaturen mit Anzeige im Handrad sowie Ventile mit digitaler Durchfluss- und Temperaturmessung. Letztere übermitteln die Daten direkt an den Regler der Heizungssteuerung , um die Anlage optimal betreiben zu können.

Berechnung und Einstellung der Ventile

Welchen Wert Fachhandwerker am Abgleichventil der Heizung einstellen, zeigt eine individuelle Berechnung. Diese basiert auf der Heizlast nach DIN EN 12831 und den raum- oder zonenweise benötigen Wärmemengen. Den Heizwasserstrom in Liter pro Minute ermitteln Experten dann im Zuge der Rohrnetzberechnung. Hier spielt die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Temperatur im Rücklauf eine entscheidende Rolle.

Grundlage für die Einstellung ist dabei in aller Regel der Auslegungs- oder Volllastfall bei sehr niedrigen Außentemperaturen. Neben der statischen Einstellung ermöglichen spezielle Armaturen zusammen mit einer digitalen Steuerung der Heizung den einfachen automatischen hydraulischen Abgleich .

Vielfältige Einsatzbereiche der Armaturen

Ganz gleich, ob es um Heizungs-, Lüftungs-, Solar-, Kühlwasser- oder auch Trinkwasseranlagen geht: Abgleichventile kommen in verschiedensten wasserführenden Systemen zum Einsatz. Wichtig für die Auswahl ist es daher, auf die entsprechende Eignung zu achten. Geht es um die Installation in den Verteilleitungen einer Heizung, eignen sie sich beispielsweise zum Einstellen der Durchflussmengen für verschiedene Zonen oder Stränge. Auch vor Verteilen von Heizkörpern oder Fußbodenheizflächen kommen die Armaturen zum Einsatz, um einen einfachen hydraulischen Abgleich zu ermöglichen.

Einfach und zuverlässig: Die Vorteile der Armaturen

Abgleichventile informieren zuverlässig über den Durchfluss in Heizungsanlagen. Sie lassen sich sehr einfach genau einstellen und kommen dabei ohne Umrechnungstabellen aus. Diese sind beispielsweise bei voreinstellbaren Thermostatventilen und Rücklaufverschraubungen nötig, um die richtige Ventilstellung zu ermitteln. Die Armaturen ermöglichen damit einen einfachen hydraulischen Abgleich, der wiederum für einen komfortablen und energiesparenden Heizbetrieb sorgt.