Heizung steuern

Der Brennwert: Erklärung, Technik, Voraussetzungen

Der Brennwert verrät, wie viel Wärme verschiedene Rohstoffe bei ihrer Verbrennung abgeben. Dabei berücksichtigt er auch die latente Wärme, die im Wasserdampf der entstehenden Abgase versteckt ist. Der Kennwert liegt über dem Heizwert und wird daher auch oberer Heizwert genannt. Um den Brennwert zu nutzen, sind spezielle Heizgeräte erforderlich. Auch das Heizsystem muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Brennwert und Heizwert für den Energieinhalt von Brennstoffen

Der Brennwert gibt an, wie viel Energie eine Heizungsanlage bei der Verbrennung verschiedener Rohstoffe maximal gewinnen kann. Und zwar immer dann, wenn sie die Abgase so stark abkühlt, dass der darin enthaltene Wasserdampf restlos kondensiert. Der Phasenübergang vom gasförmigen zum festen Aggregatzustand setzt Kondensationswärme frei, die ansonsten über den Schornstein entweichen würde.

Der Heizwert beschreibt hingegen die nutzbare Wärmeenergie, wenn der Wasserdampf in den Abgasen verbleibt. Er ist in der Regel kleiner als der Brennwert und heißt daher auch unterer Heizwert. Bei Erdgas und Heizöl unterscheiden sich beide Werte um etwa 7 bis 10 Prozent. Da Holz von Beginn an mehr Wasser enthält, kann der obere Heizwert hier sogar 20 Prozent über dem unteren liegen. Angeben lassen sich beide Werte grundsätzlich in Megajoule oder Kilowattstunden pro Kilogramm (MJ/kg oder kWh/kg).

Einen Überblick über die Kennwerte verschiedener Rohstoffe gibt die folgende Liste:

Rohstoff Heizwert in MJ/kg Brennwert in MJ/kg

Flüssiggas (Propan) 46,3 50,3

Erdgas 38 42

Heizöl, extraleicht 42,6 45,4

Holzpellets 18 20

Lufttrockenes Holz 15 19

Möchten Verbraucher die Einheit von Megajoule zu Kilowattstunden pro Kilogramm umrechnen, funktioniert das ganz einfach mit dem Teiler 3,6. Denn 3,6 Megajoule entsprechen einer Kilowattstunde.

Eine Brennwertheizung nutzt den Brennwert von Gas und Öl

Ist eine Heizung dafür ausgelegt, denn Brennwert verschiedenster Rohstoffe zu nutzen, sprechen Experten von einer Brennwertheizung oder einem Heizgerät mit Brennwerttechnik . Die Anlagen sind so konstruiert, dass sie die Abgase mit dem kühlen Rücklauf aus dem Heizsystem herunterkühlen. Während das passiert, kondensiert der enthaltene Wasserdampf und die Heizwassertemperatur steigt. Das Medium strömt wärmer zum Brenner, der bis zur gewünschten Vorlauftemperatur eine kleinere Differenz überwinden muss. Er verbraucht weniger und die Heizkosten sinken.

Das entstehende Kondensat ist in der Regel leicht sauer und lässt sich in kleineren Anlagen einfach in die Kanalisation einleiten. Nutzt eine Heizung mit größerer Leistung den Brennwert, ist das Kondensat zu neutralisieren. Sogenannten Neutralisationseinrichtungen sind bei Gas- oder Ölheizkesseln ab einer Leistung von 200 kW vorgeschrieben. Eine Ausnahme betrifft Ölbrennwertheizungen: Arbeiten diese nicht mit schwefelfreiem Heizöl, benötigen sie die zusätzliche Technik immer.

Technische Voraussetzungen für die Brennwertnutzung

Soll eine Heizung den Brennwert nutzen, muss diese auch mit niedrigen Heizwassertemperaturen ausreichend Wärme in das Gebäude einbringen. Möglich ist das neben einer entsprechenden Gebäudedämmung auch mit großen Heizflächen oder einer Flächenheizung . Wenn Hausbesitzer die Heizung steuern, etwa mit einer smarten Heizungssteuerung , können sie die Heizwassertemperaturen bequem herunterregeln und den Brennwerteffekt bestmöglich auszunutzen.

Wichtig ist außerdem auch ein Abwasseranschluss in der Nähe der Heizung. Ist dieser nicht verfügbar, lässt sich das anfallende Kondensat mit einer Kondensathebepumpe zu einem anderen Anschlusspunkt befördern. Da auch im Schornstein Wasser kondensieren kann, muss dieser feuchteresistent sein. Bei einer Sanierung ist er dabei durch ein Edelstahl- oder Kunststoffsystem zu ergänzen.