Heizung steuern

Durchschnittlicher Gasverbrauch

Durchschnittlicher Gasverbrauch: Vergleichen und sparen

Der durchschnittliche Gasverbrauch liegt zwischen 140 und 170 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Er hängt von der Größe des Gebäudes ab und hilft, den eigenen Verbrauch zu bewerten. Liegt dieser im Bereich des durchschnittlichen Gasverbrauchs oder sogar darüber? Dann sind Einsparpotenziale vorhanden. Wir informieren über aktuelle Verbrauchskennwerte und zeigen, wie diese zu erreichen sind.

Durchschnittlicher Gasverbrauch und Gebäudeart

Möchten Hausbesitzer ihren Energieverbrauch mit dem durchschnittlichen Gasverbrauch vergleichen, kommt es auf die Art der Gebäude an. So liegen die Verbrauchswerte in Ein- und Zweifamilienhäusern über denen einer Wohnung im Mehrfamilienhaus. Der Grund: Im Vergleich zur beheizten Wohnfläche gibt es in Ein- und Zweifamilienhäusern mehr Wände, Fenster und Türen, die an die Außenluft grenzen. Diese verursachen einen höheren Energieverlust und der durchschnittliche Gasverbrauch steigt. Nach einer Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE e.V.), liegt der durchschnittliche Energieverbrauch in Deutschland bei rund:

• 170 kWh/m²a in Ein- und Zweifamilienhäusern

• 140 kWh/m²a in Mehrfamilienhäusern

Der Heizspiegel 2018 zeigt ein ähnliches Bild: Hier liegt der durchschnittliche Gasverbrauch zwischen 149 kWh/m²a in größeren Wohngebäuden und 166 kWh/m²a in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Energieverbrauchskennwerte sinken mit der Gebäudeeffizienz

Neben der Größe wirken sich auch das Baujahr und der Energieeffizienzstandard eines Gebäudes auf die Verbrauchskennwerte aus. Ältere Häuser verfügen dabei in der Regel über keine oder eine geringere Dämmung.

Aus diesem Grund verlieren sie mehr Heizwärme und der durchschnittliche Gasverbrauch fällt höher aus. Der folgende Überblick zeigt typische Richtwerte:

• Baujahr von 1960 bis 1980: über 300 kWh/m²a

• Baujahr von 1977 bis 1980: 250 bis 300 kWh/m²a

• Baujahr von 1980 bis 2002: 100 bis 250 kWh/m²a

• Baujahr von 2002 bis heute: unter 100 kWh/m²a

Noch geringer fallen die durchschnittlichen Verbrauchswerte in Niedrigenergiehäusern aus. So verbrauchen:

• KfW-Effizienzhäuser 70 rund 60 kWh/m²a

• Energieeffiziente Passivhäuser 15 kWh/m²a

Die Übersicht zeigt: Der durchschnittliche Gasverbrauch in Deutschland liegt deutlich über den Werten, die moderne Gebäude erreichen. In vielen Fällen sind also große Einsparpotenziale vorhanden.

Verbrauch mit durchschnittlichem Gasverbrauch vergleichen

Wer den eigenen Energieverbrauch bewerten möchte, kann diesen einfach ermitteln und mit den genannten Richtwerten vergleichen. Dazu notieren Hausbesitzer in regelmäßigen Abständen die Angaben auf dem Gaszähler. Die Differenz zweier Werte ergibt dabei den Verbrauch im dazwischen liegenden Zeitraum. Anschließend multiplizieren sie das Ergebnis mit dem Brennwert und der Zustandszahl. Beide Werte sind auf der letzten Abrechnung des Gasanbieters zu finden. Dividieren Hausbesitzer die Ergebnisse für ein Jahr nun durch die beheizte Wohnfläche, erhalten sie die nötigen Werte. Ein Beispiel:

• Zählerstand am 31.12.2018: 27.285 m³

• Zählerstand am 31.12.2017: 25.153 m³

• Zustandszahl: 0,9655; Brennwert: 11,236 kWh/m³ (je aus der Gasabrechnung)

• Verbrauch = (27.285 - 25.153) m³ x 0,9655 x 11,236 kWh/m³ = 23.128 kWh/a

• beheizte Wohnfläche: 135 m²

• Durchschnittlicher Gasverbrauch = 23.128 kWh/a / 135 m² = 171,32 kWh/m²a

Das Beispielgebäude hatte im Jahr 2018 einen Verbrauch von 171,32 kWh/m²a. Der Wert entspricht dem durchschnittlichen Gasverbrauch und zeigt, dass Einsparpotenziale vorhanden sind.

Einsparpotenziale nutzen: 10 Tipps im Überblick

Wer seinen Energieverbrauch senken möchte, erreicht das unter anderem mit folgenden Maßnahmen:

• Temperaturen senken: Raumtemperaturen optimal wählen

• Richtig lüften: Auf Kipplüftung verzichten regelmäßig stoßlüften

• Optimale Einstellung: Heizkurve passend zum Haus einstellen

• Heizkörper entlüften: Verteilung der Heizwärme verbessern

• Heizung steuern: Optimierte Regelung der Anlage mit Zeitsteuerung

Hydraulischer Abgleich : Effizienzsteigerung der Wärmeverteilung

Heizungswartung : Heizung reinigen und optimal einstellen lassen

• Solarthermie: Solaranlage für Warmwasser und/oder Heizung installieren

• Heizungstausch: höhere Effizienz durch moderne Brennwertheizungen

• Wärmedämmung: geringere Wärmeverluste durch Dämmmaßnahmen

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