Heizung steuern

Einzelraumregelung: Voraussetzungen und Funktion

Bei der Einzelraumregelung geht es um die raumweise Regelung der Temperaturen im Haus. Möglich ist das zum Beispiel über Thermostate, die die Heizflächen im Zimmer beim Erreichen der Wunschtemperatur abschalten oder herunterregeln. Wir erklären, wie die Einzelraumregelung funktioniert, wann sie Pflicht ist und welche Vorteile sie mit sich bringt.

Funktionsweise einer Einzelraumregelung im Haus

Viele Heizungsanlagen arbeiten heute mit einer witterungsgeführten Regelung . Dabei stellt sich die Vorlauftemperatur automatisch so ein, dass die Anlage die Wärmeverluste über die Gebäudehülle ausgleichen kann. Je kälter es draußen ist, umso wärmer wird das Heizungswasser. Einflussfaktoren wie elektrische Geräte, Personen oder die Sonneneinstrahlung, die selbst zum Temperaturanstieg im Raum führen, bleiben dabei unberücksichtigt. Die Räume könnten überhitzen und die Heizung mehr Energie als nötig verbrauchen. Die Einzelraumregelung soll hier für Abhilfe sorgen. Denn sie sitzt über der zentralen Heizungsregelung und wirkt sich auf die Raumheizflächen aus.

So drosselt sie den Heizwasserdurchsatz, wenn ein Zimmer warm genug ist. Sinken die Raumtemperaturen, gibt die Einzelraumregelung die Heizflächen frei und sorgt für einen höheren Wärmeeintrag durch die Heizung. Zum Einsatz kommen dabei raumweise angebrachte Thermostate oder Fühler. Diese überwachen die Temperaturen in den jeweiligen Räumen und gleichen diese mit den voreingestellten Sollwerten ab.

Bei einer Differenz leiten Regler ein Stellsignal zu den Aktoren, die die Heizflächen je nach Bedarf absperren oder öffnen.

EnEV fordert Einbau und Nachrüstung der Regelung

Um keine Energie zu verschwenden, fordert auch die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) den Einbau einer Einzelraumregelung. So heißt es in Paragraf 14 Absatz 2: „Heizungstechnische Anlagen mit Wasser als Wärmeträger müssen beim Einbau in Gebäude mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur ausgestattet werden.“. Die Pflicht trifft sowohl auf neue, wie auch auf bestehende Gebäude zu. In letzteren ist die raumweise Regelung nachzurüsten. Ausnahmen betreffen lediglich:

• Fußbodenheizungen in Räumen mit weniger als sechs Quadratmetern

• Fußbodenheizungen, die schon vor dem 01.02.2002 eingebaut wurden

• Einzelheizgeräte für flüssige oder feste Brennstoffe

Einzelraumregelung bei einer Fußbodenheizung

Bei einer Fußbodenheizung gilt die raumweise Regelung als umstritten. Denn diese reagiert durch den sogenannten Selbstregeleffekt allein auf externe Wärmeeinträge in den Raum.

Dabei sinkt die Heizleistung mit der Differenz zwischen Oberflächen- und Raumtemperatur. Experten haben jedoch herausgefunden, dass die Einzelraumregelung den Selbstregeleffekt und damit auch die Effizienz der Fußbodenheizung unterstützt. Denn sie reagiert schneller auf geänderte Anforderungen und lässt auch die raum- oder zonenweise Einstellung von Heizprogrammen zu. Voraussetzung für Komfort und Effizienz ist jedoch eine fachgerechte Planung und Montage der Flächenheizung.

Einsparungen hängen von der Art des Gebäudes ab

Ob und wie viel Energie Hausbesitzer mit einer Einzelraumregelung sparen können, hängt vor allem von der Art des Gebäudes ab. Sinnvoll ist die Technik dabei in alten und unsanierten Häusern. Denn diese verlieren im Winter viel Wärme. Durch geringere Raumtemperaturen sinkt die Temperaturdifferenz zur Umgebung und die Energieverluste fallen niedriger aus.

In gut gedämmten und dicht gebauten Häusern ist die Einzelraumregelung hingegen mit geringeren Einsparpotenzialen verbunden. Ein Grund dafür ist, dass die Gebäude auch an kalten Tagen nur wenig Energie über ihre Hülle verlieren. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich Räume mit abgesenkter Temperatur schneller durch wärmere Nebenzimmer aufheizen.