Heizung steuern

Energieverbrauch: Erfassen und Kosten sparen

Der Energieverbrauch beschreibt, wie viel Energie Systeme oder Prozesse in einem bestimmten Zeitraum benötigt haben. Geht es um ein Wohnhaus, spielt dabei vor allem der Heizenergieverbrauch eine große Rolle. Denn je niedriger dieser ist, umso geringer fallen auch die Heizkosten aus. Wir erklären, wie sich der Energieverbrauch bestimmen lässt. Außerdem zeigen wir, wie Verbraucher Einsparpotenziale entdecken und nutzen können.

End- und Primärenergieverbrauch

Geht es um den Energieverbrauch im Wohnhaus, unterscheiden Experten grundsätzlich zwei Begriffe. So gibt es den End- und den Primärenergieverbrauch.

Der Endenergieverbrauch steht für die Energiemenge, die Nutzer in einem bestimmten Zeitraum benötigt haben. Neben dem energetischen Zustand der Gebäudehülle ist der Energieverbrauch auch vom Zustand und der Art der Heizung abhängig. Arbeiten Wärmeerzeuger und Wärmeverteilung verlustarm, nutzen sie die eingesetzte Energiemenge sehr effizient. Der Verbrauch fällt dabei niedrig aus. Verliert eine alte Heizungsanlage bei der Erzeugung und der Verteilung der Wärme hingegen viel Energie, ist der Verbrauch unabhängig vom Gebäude höher.

Der Primärenergieverbrauch berücksichtigt außerdem Verluste, die bei der Förderung, der Umwandlung und der Verteilung der eingesetzten Energieträger anfallen. Neben dem Endenergieverbrauch ist der Wert also auch vom eingesetzten Rohstoff abhängig.

Neben End- und Primärenergie unterscheiden Experten auch Energieverbrauch und -bedarf. Während der Verbrauch für die in einem bestimmten Zeitraum benötigte Energiemenge steht, ist der Energiebedarf ein theoretischer Wert. Er gibt an, wie viel Energie ein System oder ein Prozess benötigen wird.

Energieverbrauch einfach erfassen

Der Energieverbrauch einer Heizung lässt sich mit einem Wärmezähler erfassen. Dieser misst, wie viel Heizungswasser in einer bestimmten Zeit durch einen Heizkreislauf strömt. Zusammen mit der ermittelten Spreizung (Differenz zwischen Rücklauf - und Vorlauftemperatur ) errechnet er dann den Wärmeverbrauch. Das Ergebnis liegt in Kilowattstunden (kWh) vor.

Ohne Wärmezähler können Verbraucher den Energieverbrauch auch berechnen. Dazu müssen sie den Verbrauch der eingesetzten Brennstoffe erfassen und mit dem Heiz- oder Brennwert der Energieträger multiplizieren. Im Beitrag „ Brennstoffverbrauch “ erklären wir, wie das einfach funktioniert.

Durchschnittswerte im Einfamilienhaus

Ist der Energieverbrauch der Heizung bekannt, lassen sich auch Einsparpotenziale einfach erkennen. Möglich ist das bei einem Vergleich mit typischen Verbrauchswerten im Einfamilienhaus. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Baujahr des Gebäudes; Spezifischer Energieverbrauch; Verbrauch bei einer beheizten Fläche von 150 m²

Baujahr bis 1980; 200 bis 300 kWh/m²a; 30.000 bis 45.000 kWh

Baujahr bis 1990; 125 bis 200 kWh/m²a; 18.750 bis 30.000 kWh

Baujahr bis 2000; 90 bis 125 kWh/m²a; 13.500 bis 18.750 kWh

Baujahr nach 2000; 25 bis 90 kWh/m²a; 3.750 bis 13.500 kWh

Die Angaben in der Tabelle verstehen sich als Richtwerte. Wurde zwischenzeitlich eine energetische Sanierung durchgeführt, fällt der Heizenergieverbrauch bei gleichem Baujahr vermutlich besser aus.

Tipp: Energieverbrauch der Heizung senken

Wer seinen Energieverbrauch senken möchte, muss nicht immer auf teure Sanierungsmaßnahmen setzen. Denn auch günstige Lösungen führen oft zu messbaren Einsparungen. Beispiele dafür sind:

• das Dämmen von Heizungs- und Warmwasserrohren

• das Optimieren von Heizkurve und Heizungsregelung

• der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage

Aber auch dann, wenn Verbraucher ihre Heizung steuern, können sie Energie und kosten sparen. So zum Beispiel durch den Einbau intelligenter Thermostate oder einer smarten Heizungssteuerung . Was viele nicht wissen: Vom Staat gibt es Fördermittel für die Heizungssteuerung . Günstige Darlehen und einmalige Zuschüsse senken dabei die Investitionskosten und helfen beim Sparen.