Heizung steuern

Erneuerbare Energien: Nachhaltige Heiztechnik

Erneuerbare Energien sind Energieträger, die schnell nachwachsen oder in unserem Zeithorizont nicht zur Neige gehen. Sie kommen in den Bereichen Wärme, Strom sowie Mobilität zum Einsatz und sorgen dafür, dass Energie auch in ferner Zukunft bezahlbar bleibt. Aus diesem Grund geht es auch im Kontext der Energiewende darum, endliche Rohstoffe wie Gas oder Öl durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Wir zeigen, wie das in der Praxis funktioniert.

Erneuerbare Energien für Gas- und Ölheizungen

Gasheizungen und Ölheizungen versorgen etwa 75 % aller Wohngebäude in Deutschland mit Wärme. Was viele nicht wissen: Beide lassen sich weitestgehend mit erneuerbaren Energien betreiben. So gibt es zum Beispiel Biogas, das bei der Vergärung biologischer Abfälle entsteht. Eine weitere Alternative zum endlichen Erdgas ist das sogenannte EE-Gas, das sich aus überschüssigem Solar- und Windstrom herstellen lässt. Möglich ist das durch elektrochemische Prozesse in Power-to-Gas-Anlagen. Diese spalten Wasser mithilfe elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff lässt sich anschließend aufbereiten und in das Erdgasnetz einspeisen.

Wer seine Ölheizung mit erneuerbaren Energien betreiben möchte, kann Bio-Heizöl einkaufen. Denn das besteht zu etwa 10 Prozent aus einer Biokomponente, die sich aus Raps-, Soja- oder Sonnenblumenöl und Methanol herstellen lässt.

Holz- und Pelletheizungen nutzen Erneuerbare

Anders als Gas- oder Ölheizungen arbeiten Holzheizanlagen grundsätzlich mit erneuerbaren Energien. So verbrennen Scheitholzkessel zum Beispiel gespaltene und getrocknete Scheite, die meist sogar von Bäumen aus der eigenen Region stammen. Pelletheizungen setzen hingegen auf gepresste Stäbchen, die zu etwa 90 Prozent aus Abfällen der holzverarbeitenden Industrie bestehen. Der Vorteil dabei: Die sogenannten Pellets lassen sich automatisch aus einem Lager zum Kessel transportieren. Pelletheizsysteme arbeiten daher fast ohne manuelles Zutun besonders komfortabel. Möchten Verbraucher die Technik im eigenen Haus unterbringen, ist allerdings viel Platz nötig.

Erneuerbare Energien für die Wärmepumpe

Kompakter sind Wärmepumpen, die erneuerbare Energien aus der Luft, der Erde oder dem Wasser nutzen, um Gebäude mit Wärme zu versorgen. Möglich ist das mit einem technischen Prozess, der sich in vier Schritten beschreiben lässt. Im ersten nehmen Wärmepumpen kostenfreie Umweltwärme über einen Wärmetauscher auf, wodurch ein spezielles Medium verdampft. Das sogenannte Kältemittel strömt dann durch einen Verdichter, der mit dem Druck auch die Temperatur des Mediums anhebt. Liegt Letztere über der benötigten Vorlauftemperatur der Heizung, gibt der komprimierte Kältemitteldampf thermische Energie über einen zweiten Wärmetauscher an das Heizsystem ab. Die Medientemperatur sinkt und das Kältemittel beginnt, sich allmählich zu verflüssigen. Es strömt durch ein Entspannungsventil, nimmt seinen Ausgangszustand ein und der Vorgang beginnt von vorn. Neben den erneuerbaren Energien benötigen Wärmepumpen auch Strom oder Gas, um den Kompressor zu betreiben. Sie arbeiten umso sparsamer, je kleiner die Temperaturdifferenz zwischen Umweltenergiequelle und Heizwasser ist.

Solaranlagen machen Erneuerbare Energien nutzbar

Mit einer Solaranlage können Hausbesitzer erneuerbare Energien auch nachträglich in die Heizungstechnik integrieren. Dazu installieren sie Kollektoren auf dem Dach, die das Licht der Sonne an Ort und Stelle in Wärme umwandeln. Diese schicken die Anlagen dann in Wärmespeicher, die je nach Einsatz mit Trink- oder Heizungswasser befüllt sind. Die Speicher nehmen thermische Energie auf, bevorraten sie und geben die Wärme anschließend bedarfsgerecht an die Verbraucher ab. Das schont die Umwelt und sorgt nachhaltig für einen sinkenden Brennstoffverbrauch.

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Erneuerbare Energien:

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