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Gasgeruch: Schnelles Handeln rettet Leben

Bei Gasgeruch entweicht Brennstoff unkontrolliert aus der Heizungsanlage. Sind die Räume wenig belüftet und die Gaskonzentration ist hoch genug, besteht schon bei den kleinsten Funken Explosionsgefahr. Aber wie riecht Gas eigentlich und wie verhalten sich Verbraucher bei Gasgeruch im Haus richtig?

Gasgeruch erkennen: Wie riecht Gas eigentlich?

Erdgas, Biogas oder Flüssiggas: Alle drei Brennstoffe versorgen die Gasheizung mit Energie, um die Räume oder das Trinkwasser zu erwärmen. Sie sind von Natur aus geruchsneutral und bei einem Leck eigentlich nicht zu bemerken. Da von dem unkontrolliert ausgetretenen Gas aber eine hohe Gefahr ausgeht, mischen Gasversorger bestimmte Geruchsstoffe bei. In der Fachsprache heißt das Odorieren. Zum Einsatz kommen dabei jedoch unterschiedliche Substanzen. So entsteht zum Beispiel ein schwefelig fauler oder chemischer, dem Klebstoff ähnlicher Gasgeruch. Da die Odormittel geruchsneutral verbrennen, ist das Gas immer nur dann zu riechen, wenn es durch Undichtigkeiten in Rohrleitungen, Armaturen oder Geräte austritt.

Unser Tipp: Wer unsicher ist, sollte sich bei seinem Gasversorger über den Gasgeruch informieren. Dieser odoriert den Energieträger und stellt bei Bedarf auch sogenannte Odorkarten zur Verfügung. Diese enthalten Duftstoffe, die den typischen Gasgeruch nach dem Abziehen einer Schutzfolie freisetzen.

Mögliche Folgen: Was passiert bei einem Gasleck?

Gaslecks können schwerwiegende Folgen haben. Denn schon bei geringen Konzentrationen in der Luft ist der Brennstoff entzündbar. Kleine Funken, Kerzen oder Zigaretten können dann bereits ausreichen, um das gefährliche Gas-Luft-Gemisch zum Explodieren zu bringen. Da Gas den Sauerstoff aus der Luft verdrängt, drohen darüber hinaus auch Vergiftungen. Diese treten zum Beispiel dann auf, wenn Verbraucher den Gasgeruch in der Nacht nicht bemerken.

Das richtige Verhalten: Was ist bei Gasgeruch zu tun?

Durch die eingesetzten Odormittel sind bereits kleinste Gasmengen gut zu erkennen. Ist das der Fall, sollten Verbraucher Ruhe bewahren und die folgenden vier Anweisungen befolgen:

1. Bei Gasgeruch im Haus müssen Verbraucher auf offenes Feuer verzichten. Kerzen sind zu löschen, Zigaretten auszudrücken und Licht- oder andere Geräteschalter dürfen nicht mehr betätigt werden. Telefon sowie Handy sind tabu und alle Stecker müssen in den Steckdosen bleiben.

2. Riecht es nach Gas müssen Verbraucher für ordentlich Durchzug sorgen. So senken sie die Gaskonzentration in der Luft und minimieren das Explosionsrisiko. Während Türen und Fenster weit zu öffnen sind, müssen Ventilatoren oder Abzugshauben ausgeschaltet bleiben. Denn diese könnten Funken erzeugen.

3. Im nächsten Schritt verlassen Verbraucher das Haus und informieren andere Bewohner über den Gasgeruch. Um Funken zu vermeiden, müssen sie dazu klopfen oder rufen. Die Klingel ist sicherheitshalber tabu.

4. Auf dem Weg nach draußen sperren Verbraucher den Gashahn ab. So lässt sich verhindern, dass Gas weiterhin unkontrolliert austritt. Draußen angekommen, informieren sie dann unverzüglich den Gasversorger oder die Feuerwehr über den Gasgeruch im Haus.

Viele Gasversorger stellen Hausbesitzern Informationsbroschüren und Infotafeln zur Verfügung. Vor allem in Mehrfamilienhäusern sollten diese gut sichtbar im Gebäude aufgehängt werden, um alle Bewohner über das richtige Handeln in einer Gefahrensituation zu informieren.

Vorsorge: Wie erkenne ich Gaslecks schnell und sicher?

Wer sich nicht allein auf die eigene Nase verlassen möchte, kann auch Gaswarnmelder oder Gasdetektoren im Haus installieren. Die kleinen Geräte sehen aus wie Feuermelder und schlagen Alarm, wenn sie ausgetretenes Gas erkennen. Der schrille Ton ist dabei selbst im Schlaf zu hören.

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Gasgeruch:

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