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Heizkostenverteiler

Heizkostenverteiler: Arten und Funktionsweise

Heizkostenverteiler (HKV) sind kleine Geräte, die vor allem an Heizkörpern in Mietshäusern zu finden sind. Dort dienen sie der fairen Aufteilung der Heizkosten, wenn eine Zentralheizung mehrere Wohnungen über gemeinsame Heizstränge mit Wärme versorgt. Die Heizkostenverteiler sind heute in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, jedoch nicht für jeden Einsatzfall geeignet.

Funktionsprinzip der Heizkostenverteiler

Heizkostenverteiler (HKV) sitzen in der Regel mittig im obersten Drittel der Heizkörper. Sie erfassen die Wärmeabgabe der Heizflächen und stellen diese mit dimensionslosen Kennziffern dar. Um die Informationen auswerten und vergleichen zu können, sind außerdem auch Angaben zur Bauart und zur Größe der jeweiligen Heizkörper erforderlich.

Im Rahmen der Heizkostenverordnung helfen die kleinen Geräte, die insgesamt angefallenen Kosten einer Zentralheizung fair auf alle angeschlossenen Parteien zu verteilen. Nach der aktuell gültigen Heizkostenverordnung geht der tatsächliche Verbrauch dabei zu 50 bis 70 Prozent in die endgültigen Kosten ein. Die übrigen 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten lassen sich abhängig von der Wohnfläche aufteilen. So ist immer sichergestellt, dass alle versorgten Parteien auch einen Teil der zentralen Wärmeverluste einer Heizungsanlage tragen.

Unterschiedliche Bauarten im Vergleich

Geht es um die Funktionsweise, unterscheiden Experten Geräte nach dem Verdunstungsprinzip und elektronische Verteiler.

Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip (auch Verdunstungszähler) besitzen ein feines Röhrchen, in dem sich eine Messflüssigkeit befindet. Steigt die Oberflächentemperatur der Heizkörper an, verdunstet ein Teil der Flüssigkeit. Sie entweicht über eine kleine Öffnung aus dem Röhrchen und der Stand sinkt.

Einmal im Jahr lesen Dienstleister den Flüssigkeitsstand an einer Skala ab, bevor sie das Röhrchen durch ein neues ersetzen. Das Alte kann verschlossen im Verteiler bleiben und so einen Vergleichswert für die nächste Abrechnungsperiode liefern. Die Funktionsweise ist einfach. Sie sorgt für geringe Anschaffungskosten, ist dafür aber auch mit einer gewissen Fehlertoleranz verbunden. So sorgt die sogenannte Kaltverdunstung zum Beispiel für zu hohe Verbrauchswerte. Denn dabei verdunstet ein Teil der Flüssigkeit bereits bei hoher Sonneneinstrahlung, auch wenn die Heizkörper selbst überhaupt nicht an sind.

Elektronische Heizkostenverteiler messen die Oberflächentemperatur im Raum mit einem integrierten Sensor und vergleichen diese mit der tatsächlichen (Zweifühlergerät) oder einer angenommenen Raumtemperatur (Einfühlergerät). Mikrocomputer werten die Informationen aus und addieren die Temperaturdifferenzen zeitabhängig auf. Dabei entsteht ein Zahlenwert, der mit zunehmendem Verbrauch immer weiter ansteigt. Ist der Stichtag zur Ablesung erreicht, speichern die Geräte das aktuelle Ergebnis. Teilweise können sie dieses auch automatisch an den Messdienstleister senden. Elektronische Heizkostenverteiler arbeiten genauer. Bei hohen Raumtemperaturen können aber auch sie Zählschritte erfassen, obwohl der Heizkörperthermostat zugedreht ist.

Einsatzbereiche der Heizkostenverteiler

Die kleinen Geräte kommen immer dann zum Einsatz, wenn das deutlich genauere Erfassen mit einem Wärmezähler zu aufwendig oder technisch nicht möglich ist. Da vor allem Verdunstungszähler bei niedrigen Systemtemperaturen sehr ungenau arbeiten, sind diese in Niedertemperatursystemen nicht erlaubt.

Setzen Experten die Temperaturen im Vorlauf und im Rücklauf einer Heizungsanlage nach einer Sanierung herab, sind also auch die Heizkostenverteiler zu tauschen. Zum Einsatz kommen dann elektronische Geräte, die sehr viel genauer arbeiten. Ungeeignet sind diese hingegen bei Flächenheizsystemen wie Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen.

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