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Klimaschutz

Ölheizungsverbot: Umstellung von Öl auf Erdgas

Mit dem Klimapaket hat die Bundesregierung ein Verbot der Ölheizung beschlossen. Es gilt ab 2026 und erlaubt den Einbau der Technik dann nicht mehr. In Bestandsgebäuden lohnt sich dabei vor allem die Umstellung von Öl auf Erdgas. Die Technik ist effizient, vielseitig und im Gegensatz zu alten Ölheizungen deutlich platzsparender. Aber welche Gründe sprechen noch für eine Umstellung von Öl auf Erdgas und wie laufen die Arbeiten eigentlich ab?

Gründe für die Umstellung von Öl auf Erdgas

Auch ohne das im Klimapaket vorgesehene Ölheizungsverbot entschieden sich seit 2009 rund 529.800 Deutsche für eine Umstellung von Öl auf Erdgas.

Denn Ölheizungen verbrauchen viel Platz im eigenen Haus und sind oft mit störenden Gerüchen verbunden. Hinzu kommen die schwankenden Preise für Heizöl, die meist über denen für Pellets, Erdgas oder Flüssiggas liegen.

Darüber hinaus fordert auch das Hochwasserschutzgesetz II Verbrauchern einiges ab.

Sie dürfen neue Öltankanlagen in Überschwemmungs- und Risikogebieten nur unter hohen Auflagen installieren und müssen bestehende Systeme hochwassersicher nachrüsten.

Eine Gasheizung stellt dabei oft die bessere Alternative dar.

Denn Erdgas:

• verbrennt sauberer als Heizöl

• ist regenerativ herstellbar

• versorgt verschiedenste Heizgeräte (Brennwertheizung, Gaswärmepumpe, BHKW, Brennstoffzelle)

• lässt sich auch in der Küche (Gasherd) oder auf der Terrasse (Terrassenstrahler, Grill, Gaslaterne) nutzen

• verbraucht weniger Platz im Haus

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Umstellung von Öl auf Erdgas ab 2026 in vielen Fällen unausweichlich sein wird. Und zwar immer dann, wenn Verbraucher 30 Jahre alte Ölheizungen, die noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren, austauschen müssen.

Heizungsumstellung: Schritt für Schritt zur neuen Gasheizung

Kommt die Umstellung von Öl auf Erdgas infrage, sollten Hausbesitzer zunächst einen Fachhandwerker zurate ziehen. Wie die Umrüstung der Heizung abläuft, zeigt die folgende Übersicht:

1. Voraussetzungen prüfen: Ein Fachhandwerker prüft, wo die neue Heizung einen Platz findet und wie viel sie leisten muss. Außerdem kontrollieren Experten, ob ein Gasanschluss möglich ist.

2. Erneuerbare einsetzen: Lassen sich bei der Umstellung von Öl auf Erdgas auch erneuerbare Energien einbinden oder ist das wie in Baden-Württemberg sogar Pflicht?

3. Fördermittel beantragen: Vor dem Beginn der Maßnahme sind die Fördermittel zu beantragen. Mit dem Klimapaket könnte es für den Austausch alter Ölheizungen bald einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent geben.

4. Öltanks entfernen: Die Öltankanlage muss entleert, gereinigt und fachgerecht entsorgt werden. Restbestände können Hausbesitzer verkaufen oder an Nachbarn liefern lassen. Günstig ist es, den Tank vor der Umrüstung möglichst leer zu heizen.

5. Gasanschluss legen: Fachbetriebe der Gasversorger legen nun den Gasanschluss. Die Kosten hängen von der Entfernung zwischen Anschlusspunkt und Hauseinführung ab. Wer sparen möchte, kann den nötigen Schacht zum Haus selbst graben.

6. Schornstein sanieren: Moderne Brennwertheizungen arbeiten mit niedrigen Rücklauftemperaturen. Daher könnte Wasser im Schornstein kondensieren. Um Schäden vorzubeugen, ist dieser in vielen Fällen zu sanieren. Experten führen dabei üblicherweise Kunststoff- oder Edelstahlrohre in den alten Zug ein.

7. Gasheizung einbauen: Liegt der Gasanschluss, kann die Gasheizung eingebaut werden. Zur Auswahl stehen neben Brennwertgeräten auch Gaswärmepumpen oder stromerzeugende Heizungen.

8. Heizung abgleichen: Nach der Montage des Wärmeerzeugers führen Handwerker den hydraulischen Abgleich durch. Sie sorgen für eine optimale Wärmeverteilung und übergeben die Anlage an ihre Kunden. Dabei weisen sie diese in die Technik ein und zeigen, wie sich die Heizung steuern lässt.

Kosten der Umstellung von Öl auf Erdgas

Wie viel die Heizungsumstellung kosten kann, hängt grundsätzlich vom Haus und den örtlichen Gegebenheiten ab. In der Regel zahlen Sanierer im Einfamilienhaus für alle Umbauarbeiten zwischen 10.000 und 12.000 Euro. Extrakosten können entstehen, wenn sie auch regenerative Energien einsetzen. Das Gute daran: Bereits heute gibt es hohe Fördermittel. So bekommen Hausbesitzer aktuell Zuschüsse in Höhe von mindestens 10 Prozent oder zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von mindestens 7,5 Prozent über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ab 2020 soll es staatliche Zuschüsse in Höhe von 40 Prozent der Kosten geben.

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Umstellung von Öl auf Gas

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