Heizung steuern

Zeitsteuerung: Lohnt die Nachtabsenkung der Heizung?

Mit einer Zeitsteuerung lässt sich die Leistung der Heizung zeitweise reduzieren. Die Temperaturen im Gebäude fallen und der Wärmeverlust über die Außenwände sinkt. Wir erklären, wie eine Zeitsteuerung funktioniert, was es dabei zu beachten gibt und ob sich Programme wie die Nachtabsenkung der Heizung wirklich lohnen.

Funktion einer Zeitsteuerung wie Nachtabsenkung der Heizung

Eine Heizungsanlage versorgt Gebäude tagtäglich mit Energie. Sie gleicht die Wärmeverluste über die Hüllflächen aus und sorgt so für wohlig warme Räume. Wenn alle schlafen oder aus dem Haus sind, können Hausbesitzer die Temperaturen ohne Komforteinbußen herunterdrehen. Dabei sinken die Wärmeverluste und die Heizkosten fallen günstiger aus. Möglich ist das ganz einfach über die Thermostate oder besser über eine Zeitsteuerung wie die Nachtabsenkung der Heizung. Dabei programmieren Hausbesitzer die Wärmeerzeuger so, dass sie nur zu bestimmten Nutzungszeiten mit voller Leistung arbeiten. In Absenkphasen wie der Nacht laufen die Geräte dann im Sparbetrieb und vergeuden keine Energie.

Einstellen lässt sich die Zeitsteuerung über das Bedienfeld der Heizung. So sind alte Kessel meist mit einer Zeitschaltuhr für die Programmierung der Nachtabsenkung ausgestattet. Wer eine moderne Heizung steuern möchte, kann dazu sogar auf Smartphones, Tablets oder Computer zurückgreifen. Diese sind über mobile Anwendungen mit der eigenen Heizung verbunden und ermöglichen eine intuitive Bedienung. Ganz egal, von welchem Ort.

Raumtemperaturen und Aufheizphasen nach der Nachtabsenkung

Wer sich für eine Zeitsteuerung wie die Nachtabsenkung der Heizung interessiert, muss einige Dinge beachten. Neben gesonderten Aufheizphasen geht es dabei darum, Feuchteschäden wie Schimmel zu vermeiden.

  • Aufheizphasen nach der Nachtabsenkung sind nötig, um die Raumtemperaturen in kürzester Zeit wieder auf die gewünschten Werte zu bringen. Damit das funktioniert, müssen Kessel und Heizflächen vorübergehend eine größere Leistung bereitstellen. Möglich ist das über eine höhere Vorlauftemperatur . Während träge Flächenheizungen mit einer längeren Aufheizphase einhergehen, können die höheren Heizwassertemperaturen die Effizienz der Wärmeerzeuger beeinträchtigen. Vor allem dann, wenn es sich um Brennwertgeräte oder elektrische Wärmepumpen handelt.
  • Giftiger Schimmel in den Wohnräumen kann entstehen, wenn die Räume während der Nachtabsenkung der Heizung zu stark auskühlen. Denn dann kondensiert Feuchtigkeit aus der Luft an thermisch geschwächten Bauteilen (Wärmebrücken) oder zu kalten Wandflächen. Bemerken Hausbesitzer die Stellen nicht, können sich Schimmelsporen ansammeln und zu giftigen Schimmelpilzen heranwachsen.

Eine Zeitsteuerung lohnt sich vor allem in unsanierten Gebäude

Grundsätzlich wächst der Spareffekt einer Zeitsteuerung mit zunehmender Differenz zwischen Außen- und Innentemperaturen. Wie stark Gebäude in einer Heizpause abkühlen, hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. Ein Beispiel ist die Art der Heizflächen. Während Heizkörper schnell auf geänderte Bedingungen reagieren, heizen Fußbodenheizflächen lange nach. Grund dafür ist die hohe Wärmespeicherfähigkeit der Böden, die trotz Nachtabsenkung der Heizung noch Energie abgeben.

Auch der Wärmeschutz kann sich auf die Wirksamkeit einer Zeitsteuerung auswirken. Fährt eine Heizung bei der Nachtabsenkung teilweise herunter, kühlen vor allem alte und ungedämmte Häuser schnell aus. Gut gedämmte Gebäude verlieren hingegen so wenig Wärme, dass der Sparbetrieb der Heizung kaum einen Einfluss auf die Raumtemperaturen hat.

Eine Zeitsteuerung der Heizung, wie etwa die Nachtabsenkung, lohnt sich vor allem in ungedämmten und über Heizkörper beheizten Gebäuden. In modernen Häusern und Gebäuden mit Flächenheizung fallen die Einsparungen hingegen geringer aus.