Heizung steuern

Niedertemperaturtechnik: Heute noch zulässig?

Die Niedertemperaturtechnik beschreibt Heizungsanlagen, die die Vorlauftemperatur variabel an den Wärmebedarf im Haus anpassen können. Sie sind jedoch nicht so ausgelegt, dass sie große Teile des Wasserdampfes aus den Abgasen kondensieren. Das führt zu einem höheren Verbrauch und höheren Heizkosten. Wir erklären, wie die Niedertemperaturtechnik funktioniert und zeigen, ob sie heute noch zulässig ist.

Niedertemperaturtechnik: Weiterentwicklung alter Kessel

Als die Zentralheizung früher im großen Stil installiert wurde, sorgten sogenannte Konstanttemperaturkessel für die nötige Heizwärme. Diese waren jedoch so konstruiert, dass wichtige Bestandteile der Feuchtigkeit aus dem Abgas nicht standhalten konnten. Aus diesem Grund war es nötig, die Vorlauftemperatur der Heizung hochzuhalten. Diese Betriebsweise hat jedoch einen großen Nachteil: Die Leistung der Heizung lässt sich nicht an den Bedarf im Haus anpassen. Sie ist kontinuierlich zu hoch und die Kessel verbrauchen unnötig viel Energie. Möchten Verbraucher eine solche Heizung steuern, funktioniert das in der Regel nur über die Thermostate .

Die Niedertemperaturtechnik (Niedertemperaturheizung) gleicht diesen Nachteil aus. Denn sie ist so konstruiert, dass sie auch bei der Kondensation des Wassers aus dem Abgas keinen Schaden nimmt - eine Voraussetzung für den gleitenden oder modulierenden Betrieb.

Das heißt: Die Heizgeräte können ihre Leistung variabel an den Wärmebedarf im Haus anpassen, um unnötig hohe Heizkosten zu vermeiden. Sie fahren dabei mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen, wodurch auch die Verluste der Wärmeverteilung im Haus sinken.

Während die Niedertemperaturtechnik seit den 1980er Jahren im Einsatz ist, wurde sie heute von der Brennwerttechnik abgelöst. Diese ist so ausgelegt, dass ein möglichst großer Teil des Wasserdampfes aus dem Abgas kondensiert. Dabei wird zusätzliche Wärme frei, die die Heizkosten sinken lässt.

Niedertemperaturtechnik sorgt für zu hohe Heizkosten

Dem Stand der Technik entsprechen die Anlagen längst nicht mehr. So erreichen Niedertemperaturheizungen einen Wirkungsgrad von gerade einmal 84 bis 88 Prozent, bezogen auf den Brennwert.

Moderne Brennwertheizungen wandeln hingegen bis zu 96 Prozent der Energie aus Erdgas oder Heizöl in Heizwärme um. Das heißt: Ein Austausch geht allein durch die effizientere Technik mit Einsparungen von etwa 10 Prozent einher. Da die Niedertemperaturtechnik durch den höheren Verbrauch auch die Umwelt belastet, fordern viele Experten ihren Austausch.

Von der Energieeinsparverordnung sind die Heizgeräte allerdings noch nicht betroffen. Während Hausbesitzer 30 Jahre alte Heizkessel nach den Anforderungen der EnEV austauschen müssen, sind Nieder- und Brennwertgeräte aktuell befreit.

Verbot der Herstellung von Niedertemperaturheizungen

Während Hausbesitzer die Niedertemperaturtechnik heute noch nutzen dürfen, ist ihre Produktion in der EU bereits seit 2015 verboten.

Eine Ausnahme betrifft lediglich Gasetagenheizungen, die eine Mindestraumheizungs-Energieeffizienz von 86 Prozent aufweisen. Erlaubt ist nach wie vor auch der Handel mit der ineffizienten Technik. So können Verbraucher die Kessel noch kaufen und einbauen lassen, wenn diese bereits vor 2015 produziert wurden.

Geht es um den Heizkomfort und die Energiekosten, lohnt sich diese Ausgabe in der Regel nicht.