Heizung steuern

Thermostat am Heizkörper: Funktion, Einstellung, Vorteile

Der Thermostat regelt die Wärmeabgabe von Heizflächen. Die kleinen Bauteile sind tausendfach im Einsatz und beeinflussen Effizienz und Komfort einer Heizungsanlage. Wir erklären, wie Thermostate funktionieren und worauf es bei Montage und Bedienung ankommt. Außerdem zeigen wir, wann ein Heizkörperthermostat wirklich Energie spart.

Funktionsweise und Bauarten der Thermostate

Die Funktion eines Heizkörperthermostats lässt sich einfach am Aufbau erklären: Thermostate bestehen aus einem Ventil und einem Kopf. Der Kopf ist mit einem speziellen Medium gefüllt, das sein Volumen temperaturabhängig verändert. Ist es im Raum kälter als gewünscht, schrumpft dieses Medium zusammen und lässt einen Stift aus dem Ventil gleiten. In Folge dessen strömt warmes Heizungswasser durch den Heizkörper und erwärmt der Raum. Steigt die Temperatur über den eingestellten Wert, dehnt sich das Medium im Thermostatkopf aus und drückt den Stift zurück in das Ventil. Es fließt weniger Heizungswasser hindurch und der Heizkörper gibt weniger Wärme ab.

Verschiedene Arten der Thermostate im Vergleich

Während sich Heizkörper früher über einfache Ventile steuern ließen, gibt es heute verschiedene Arten der Heizkörperthermostate:

  • Manuell einstellbare Thermostate funktionieren wie oben beschrieben. Hausbesitzer können über einen Dreh ihre Wunschtemperatur wählen und so die Heizung steuern. Sind die Einbaubedingungen ungünstig, lassen sich Fühlerelement und Ventil auch getrennt voneinander installieren. Möglich ist das durch eine dünne Hydraulikleitung zwischen beiden Komponenten.
  • Digital programmierbare Thermostate besitzen ein elektronisches Fühlerelement und ein motorgesteuertes Ventil. Hausbesitzer können die Raumtemperaturen über ein Bedienfeld zeitabhängig planen. Fernsteuerbare Thermostate lassen sich mit Smartphone, Tablet oder PC aus der Ferne steuern. Sie sind teilweise mit intelligenten Algorithmen ausgestattet, die die Raumtemperaturen abhängig von Gebäude, Nutzern und Wetterprognosen einstellen.

Thermostat richtig anbringen und sparsam bedienen

Hinter Vorhängen, Möbeln oder in tiefen Heizkörpernischen staut sich die Raumwärme an. Die Temperaturen sind dadurch höher als im übrigen Zimmer, wodurch die Funktion vom Thermostat gestört sein kann. Denn das registriert dabei falsche Werte und schließt die Ventile zu früh. Um das zu verhindern, sollten Verbraucher die Heizkörperthermostate an freien Plätzen anbringen. Ist das nicht möglich, kommen Thermostatventile mit Fernfühler zum Einsatz.

Für eine sparsame Bedienung kommt es außerdem darauf an, die Temperaturen bedarfsgerecht zu wählen. Wenn die Fenster offen sind oder für längere Zeit keiner mehr im Raum ist, muss der Thermostat nicht auf Stufe 5 stehen. Einfacher ist das mit programmierbaren Modellen. Aber Achtung: Wer einzelne Räume im Winter zu wenig beheizt, riskiert Schimmel. Denn der entsteht, wenn Feuchtigkeit über längere Zeit an kalten Wandflächen kondensiert.

Für einen effizienten Heizbetrieb sollten neue Heizkörperthermostate voreinstellbar sein. Experten können die Bauteile dabei so einregulieren, dass sich das Heizungswasser gleichmäßig im gesamten Haus verteilt. Warum das wichtig ist, erklären wir im Beitrag „Hydraulischer Abgleich“.

Mit der richtigen Einstellung viel Energie sparen

Ohne Zweifel: Wer den Thermostat abdreht, verbraucht weniger Energie. Um wie viel sich die Heizkosten senken lassen, hängt jedoch auch vom Haus ab. Ohne guten Wärmeschutz verliert dieses im Winter viel Wärme. Der Betrag steigt mit der Differenz zwischen Außen- und Innentemperatur. Da gut isolierte Gebäude selbst bei besonders tiefen Außentemperaturen kaum Wärme verlieren, sinken in diesen auch die Einsparpotenziale der Heizungsthermostate.