Heizung steuern

Wassermangelsicherung

Wassermangelsicherung: Schutz für die Heizung

Ist der Platz im Haus knapp, entscheiden sich Bauherren und Sanierer häufig dafür, die Heizung im Dachgeschoss unterzubringen. Die Installation ist platzsparend und komfortabel – birgt aber auch Gefahren. So überhitzen Thermen und Kessel bei zu wenig Heizungswasser im System. Die Wassermangelsicherung verhindert das, indem sie die Anlage im Notfall abschaltet.
Thermen und Kessel überhitzen ohne Heizungswasser

Wärmeerzeuger, die thermische Energie durch das Verbrennen von Holz, Gas oder Heizöl bereitstellen, benötigen ausreichend Heizungswasser . Denn das Medium nimmt die freigesetzte thermische Energie auf, um diese an die Heizflächen im Haus zu verteilen. Verliert die Heizung Wasser, lässt sich diese Funktion nicht gewährleisten. Thermen und Kessel führen die Verbrennungswärme nicht mehr ab und erreichen gefährlich hohe Temperaturen. In der Folge kommt es zu teils schweren Schäden an Wärmeübertragern und anderen Bauteilen, die diesen nicht Stand halten.

Um die Überhitzung zu verhindern, kommen sogenannte Wassermangelsicherungen (kurz WMS) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Sicherheitsarmaturen, die den Wasserstand der Anlage überwachen. Sinkt dieser unter einen vorher eingestellten Wert, unterbrechen die Bauteile die Stromversorgung der Heizung. Der Wärmeerzeuger kühlt herunter und geht von allein nicht mehr in Betrieb.

Mechanische oder elektrische Wassermangelsicherung

Verfügbar sind die Armaturen mit mechanischer und elektrischer Funktionsweise.

• Mechanische Wassermangelsicherungen bestehen einfach beschrieben aus einem Hohlkörper mit integriertem Schwimmer. Sinkt dieser bei einem niedrigen Wasserstand ab, betätigt er einen Schalter und unterbricht die Stromzuführung zum Kessel.

• Elektrische Wassermangelsicherungen reagieren auf die Leitfähigkeit des Heizungswassers. Dazu besitzen sie einen Elektrodenstab, der sich im Normalbetrieb unter der Wasseroberfläche befindet. Kommt es zum Verlust von Heizungswasser, taucht der Stab auf. Die elektrische Leitfähigkeit verändert sich und die Heizungssteuerung lässt ein Relais abfallen. Genau wie bei mechanischen WMS führt auch das zur Unterbrechung der Stromversorgung des Wärmeerzeugers.

Fachhandwerker prüfen und entriegeln die Sicherung

Über eine Prüftaste testen Monteure die Funktion der Wassermangelsicherung im Rahmen der Wartung, um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Reagiert die Armatur auf einen zu niedrigen Wasserstand und unterbricht die Stromversorgung des Kessels, ist eine manuelle Entriegelung nötig. Diese erfolgt ebenfalls durch einen Fachhandwerker, der die Anlage zuvor inspiziert und auf Probleme untersucht. Er behebt die festgestellten Heizungsfehler , füllt das Heizungswasser auf und nimmt die Heizung anschließend wieder in Betrieb.

Installation bei großen Anlagen und Dachzentralen

Bei konventionellen Heizungsanlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern ist die Wassermangelsicherung nicht erforderlich. Denn durch die Installation am Fußpunkt der Anlage befindet sich zumindest im Kessel immer ausreichend Wasser. Zudem lösen Temperaturwächter und Sicherheitstemperaturbegrenzer aus, wenn das Heizungswasser eine festgelegte Temperatur überschreitet.

Erforderlich sind die Sicherungsarmaturen hingegen bei Wärmeerzeugern mit einer Leistung von 300 kW oder mehr sowie bei Dachheizzentralen. In leistungsstarken Kesseln begründet sich die Forderung mit dem hohen Gefahrenpotenzial einer Fehlfunktion. Dachzentralen benötigen die Sicherung hingegen, da sie sich in der Regel am obersten Punkt der Anlage befinden. Sinkt der Wasserstand durch Leckagen, Bauarbeiten oder das häufige Entlüften, läuft das Wasser nach unten. Der Wärmeerzeuger wird vergleichsweise schnell unterversorgt und es kann zum Überhitzen kommen.